Stobi in Mazedonien – Eine der bedeutendsten antiken Ausgrabungsstätten Europas

Sie interessieren sich für antike Kultur und Geschichte? Dann sollten Sie sich einen Besuch in Stobi/Mazedonien nicht entgehen lassen. In den Ruinen von Stobi, die zu den wichtigsten antiken Ausgrabungsstätten Europas gehören, erfahren Sie viel Wissenswertes aus der ca. 1000jährigen Geschichte der einstigen Hauptstadt von Paionia.

Stobi – Ein Ort mit wechselvoller Geschichte

Gegründet wurde Stobi von den Paioniern, einem wenig erforschten Volksstamm. Durch seine günstige Lage an einer der wichtigsten Handelsstraßen des Balkans stieg es im 5. vorchristlichen Jahrhundert zur paionischen Hauptstadt auf. Um 350 v. Chr. eroberten die Makedonier Paionien. In den folgenden Jahrhunderten wurde Stobi von der hellenistischen Kultur geprägt.

Doch im 2. Jahrhundert vor Christi Geburt erfuhr die Stadt erneut einen bedeutsamen Wechsel, als sie von den Römern erobert wurde. Als wichtiger Knotenpunkt erlebte Stobi eine Blütezeit unter römischer Herrschaft und wurde Provinzhauptstadt.

Das 5. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung brachte jedoch dunkle Zeiten für die Stadt. 479 n. Chr. überfiel und plünderte der ostgotische König Theoderich die Stadt, 518 wurde sie durch ein heftiges Erdbeben weitgehend zerstört und nach weiteren Überfällen slawischer und awarischer Stämme schließlich aufgegeben.

Zeitzeugen verschiedener Kulturen – Die Ausgrabungen von Stobi

Die ersten bedeutenden Ausgrabungen von Stobi wurden vom Belgrader Nationalmuseum geleitet, zwischen 1924 und 1936 legten Archäologen 2 Basiliken, ein Theater und einige Wohnhäuser frei. Bei späteren Grabungen entdeckte man hellenistische und slawische Grabanlagen sowie Bronzestatuen und Keramik aus verschiedenen Epochen.

Bedeutende Funde gab es auch zwischen 1970 und 1980, als jugoslawische und amerikanische Archäologen Wasserleitungen, Mosaike und weitere Bauwerke freilegten. Zwischen 1981 und 1988 wurde schließlich eine spätrömische Basilika aus dem 5. Jahrhundert gefunden, die als Bischofssitz diente und deren Boden mit sehr gut erhaltenen Mosaiken bedeckt ist. Bedeutend für die Altertumsforschung ist auch der Fund der Überreste einer Synagoge aus vorchristlicher Zeit, was darauf schließen lässt, dass in Stobi auch eine jüdische Gemeinde lebte.

Ausflüge zu den Ruinen von Stobi

Durch die günstige Lage an der Autobahn M1 sind die Ausgrabungsstätten von Stobi schnell und bequem zu erreichen und bieten somit ein attraktives Ausflugsziel für Touristen aus aller Welt. Zum Teil sind die antiken Bauwerke sehr gut erhalten und liebevoll restauriert, dadurch gewähren sie wertvolle Eindrücke in antike Baustile und Kulturen. Als kulturinteressierter Mensch sollten Sie also im Mazedonien-Urlaub auf jeden Fall einen Abstecher nach Stobi einplanen.

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